Rollenspielchronik: 9. Kapitel, 12. Spieltag

Eine heimliche Fahrt nach Kush

30. April, Forsetzung

Die Szenen aus der Lebzeit des Ritters Mog darstellenden Vorhänge an den vier Wänden sind durch dunkle Flecken entstellt. Der ganze Raum ist besudelt und es liegen Reste von Körperteilen herum.
Auf dem Fußboden stehen Flaschen. Einige Schriftrollen liegen auf einem Schreibpult. Als Norucalem die Nordwand untersucht, entdeckt er dort einen verborgenen Eingang. Inzwischen untersucht Sberk vorsichtig eine größere Truhe ohne etwas Gefährliches zu finden. Nachdem er das Schloss der Truhe geschickt geöffnet hat, findet sich darin ein roter Seidenumhang und ein kleiner, schlichter Stab aus dunklem Holz. Beim Bett kann Sberk ebenfalls nichts Verdächtiges finden.
Norucalem, welcher indessen das Schreibpult untersucht hat, findet darin ein großes, altes Buch. Auf die Vorderseite des ledernen Einbands hat jemand ein seltsames Zeichen gemalt.
Mit viel Mühe reinigen Barry und Norucalem den Altar von allen Spuren der Entweihung. Sberk schafft brummend das nötige Wasser dazu von der Quelle am Felsen hinter der Burg herbei. Zum Schluß nimmt der Priester von dem Weihwasser, das wir vom Sonnentempel erhalten haben.
Norucalem hat festgestellt, dass im Norden der Ost- und der Westwand hinter dem Vorhang jeweils ein Gang aus dem Raum hinausführen.
Der östliche Gang endet unter dem zerstörten Turm, wo er verschüttet ist. Vom Gang aus führt eine Tür nach Süden. Barry öffnet diese wie gewohnt, nachdem Sberk festgestellt hat, dass sie nicht verschlossen ist. In dem Lager finden wir eine große, offenstehende Truhe, die unserer Schätzung nach mindestens noch tausend Münzen aus Gold und ein paar aus Platin enthält. Sicherheitshalber schließen wir die Tür hinter uns ab.
Der andere, westliche Gang führt entsprechend in die entgegengesetzte Richtung unter den einzigen weitgehend erhaltenen nordwestlichen Turm, endet dort aber unvermutet an einer Wand. Obwohl Norucalem gründlich sucht, kann er erst mit viel Mühe den erwarteten versteckten Eingang entdecken, nachdem wir vorher das von diesem Gang zugängliche unverschlossene Lager untersucht haben. Zangen, Sägen und andere Werkzeuge sind dort zu finden, und Spuren getrockneten Blutes finden sich überall. Dunkle Flecken weisen auch deutlich den Weg zum Turmeingang.
Hinter der Geheimtür erscheinen drei Zombies, denen sich Barry in den Weg stellt. Gebannt weichen die Untoten bis an die Rückwand des runden Turmverliesen zurück, zwischen die Reste weiterer menschlicher Kadaver, welche dort liegen. Sberk macht dem Spuk mit seinen Pfeilen ein Ende.
Geheime Gänge kann Norucalem in diesem Turmverlies nicht entdecken.
Zurück bei dem besiegten Golem begeben wir uns in den verborgenen Stollen hinter dem Altar. Dieser gabelt sich zu zwei schmalen, aufwärts in den Felsen führenden Stiegen, von denen die östliche verschüttet ist. Die andere führt uns nach oben in den Speisesaal im Erdgeschoß.
Nun wollen wir als nächstes das Höllentor verschließen. Als wir uns in den gewundenen Gängen nähern, steht dort inzwischen alles unter Wasser. Also müssen wir erst einmal wieder umkehren.
Auf dem Weg ins Freie bemerken wir, dass die seltsamen Kisten im Erdgeschoß, an denen wir uns bisher vergeblich abgemüht haben, sich nun öffnen lassen - sie sind alle leer.
In der ruhigen Nacht träumen wir alle von einer schönen weiblichen Erscheinung, welche sich bei uns bedankt.

1. Mai

Als Norucalem den Stab untersucht, den er im Altarraum gefunden hat, kann er nur feststellen, dass dieser magischer Natur ist, jedoch nichts über die Art des Zaubers herausfinden.
Wieder bei dem im Wasser versunkenen Gang angekommen, trennen sich Barry und Norucalem von Sberk, der nicht bereit ist, in das Wasser zu steigen, sondern allein zurückbleibt.
Die beiden begeben sich unter Wasser, wo sie durch einen Spruch des Priesters wie mit Kiemen atmen können. Umständlich gelangen die beiden am Ende des überschwemmten Labyrinths an die Stelle, wo vorher das Tor gewesen war. Dort endet der Gang an einem Einsturz und die Treppe ist verschwunden. Nach zwei Stunden tauchen die durchnäßten Gestalten wieder bei Sberk auf.
Als wir wieder im Altarraum sind, beschwört Norucalem einen magischen Diener und lässt diesen das Buch öffnen. Dabei verschwindet der Diener. Weil die Rune ebenfalls weg ist, kann der Magier das Buch nun untersuchen.
Die Goldkiste schleppen wir in den Vorratsraum, wo wir schon die restlichen Wertgegenstände verstaut haben. Es sind tatsächlich etwa tausend Gold- und fünfzig Platinstücke.
Die ruhige Nacht verbringen wir wie gewohnt bei unseren Pferden.

2. Mai

Das Buch aus dem Schreibpult im Altarraum, welches sich als Zauberbuch entpuppt hat, fesselt das Interesse von Norucalem. Er untersucht unbekannte Formeln, und es gelingt ihm auch, mehrere zu entschlüsseln und seinem Fundus hinzuzufügen.
Nachdem der Magier die Tür zu unserer Schatzkammer und ebenso das kleine Eingangstor in der Burgmauer mit einem Zauber versiegelt hat, machen wir uns dann auf in Richtung Keond.
Abends übernachten wir in an der Straße.

3. Mai

Auch auf der Reise beschäftigt sich der Magier ausgiebig mit seinem neuen Schatz, dem Folianten.

Eine heimliche Fahrt nach Kush

4. Mai

Norucalem wird morgens von seinen Studien in Anspruch genommen.
Je mehr wir uns Keond nähern, um so öfter begegnen wir anderen Reisenden, Bauern, Händlern oder Patrouillen, aber es ereignet sich sonst nichts Erwähnenswertes. Nachmittags kommen wir in Keond an.
Zuerst begeben wir uns in den Tempel, um unsere Bereitschaft zu der geheimen Fahrt nach Kush zu erklären. Negdrosch wird eingeweiht, und wir berichten den Priestern von unseren jüngsten Erlebnissen in der Burg.
Der Orden von Milil wird uns bei der Instandsetzung der Burg unterstützen. Es wurde mit dem Sonnentempel abgestimmt, dass der Schrein von Mog wieder hergerichtet werden soll. Der Tempel soll dann Milil und dem Sonnengott geweiht sein. Re Tsie wird während der Dauer der Reise in unserem Auftrag auf die Burg achten.
Im Hafen von Keond liegt ein kleines, schnelles, aber seetüchtiges Segelschiff bereit. In Kush sollen wir uns bemühen, unter den einheimischen Stämmen Verbündete gegen die shemitischen Schlangenanbeter zu gewinnen.

5. Mai

Nachdem Norucalem seine morgendlichen Studien beendet hat, begibt er sich zu Gudwich. Von ihm möchte er wissen, um welche Art von Zauberstab es sich bei unserem Fundstück handelt. Gudwich meint, es könne möglicherweise einer der wiederaufladbaren Sorte sein. Die Art des Zaubers soll Norucalem selbst durch Ausprobieren herausfinden.

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