Rollenspielchronik: 22. Kapitel, 27. Spieltag

Zorkan von Tolk

20. September, Fortsetzung

Wir reiten noch etwa eine Stunde weiter, um dann wieder im Freien zu übernachten. Während der Wache geschieht nichts Ungewöhnliches.

21. September

Nachdem wir ein Stück weiter geritten sind, sehen wir mitten auf dem Weg einen flachen, schwarzen Quader liegen. Norucalem steigt vom Pferd und nähert sich vorsichtig, um ihn zu untersuchen.
Die Oberfläche ist unnatürlich ebenmäßig geformt. Ein unbekanntes Symbol ist in der Mitte der Oberseite eingearbeitet. Da unser Magier meint, es könne sich um eine explosive Zauberrune handeln, sucht er nach einem Stock.
Als er nichts Geeignetes finden kann, nimmt er Barrys Bauernspieß und versucht den Quader anzuheben, damit die Unterseite sichtbar wird. Der glatte, etwa zwei Fuß lange und einen Fuß breite Quader rutscht jedoch nur ein Stück weiter. Auch ein Schlag führt zu keinem weiteren Ergebnis.
Eine feine Rille scheint an der schmalen Seite um den Quader herum zu führen. An einem Ende sind kleine, gelb blinkende Punkte zu sehen und an einer langen Seite befinden sich zwei noppenartige Vorsprünge.
Bedächtig versucht Norucalem die Temperatur des unbekannten Artefakts zu erspüren. Sie scheint sich aber nicht von der Umgebung zu unterscheiden. Der Magier hebt den Gegenstand auf. Er ist leicht. Das Symbol stellt ein geometrisches Muster mit einem diagonalen golden Strich darüber dar. Ein kleiner Teil der Unterseite wird von einer matt silbern schimmernden Fläche bedeckt. Darauf sind weitere, zu Gruppen angeordnete unbekannte schwarze Schriftsymbole und ein mit verschieden breiten, parallelen Streifen gefülltes Rechteck zu erkennen.
Als Norucalem gleichzeitig leicht auf beide Vorsprünge an der Kante drückt, klappt das Oberteil des Quaders auf.
Die Innenseite des Oberteils ist mit einer glatten, dunklen Fläche bedeckt. Auf dem Unterteil sind viele Knöpfe angeordnet. Als der Magier daran herumdrückt, beginnt der Quader zu summen. Nach einem Moment erscheinen innen an der vorher dunklen Oberseite helle Zeichen und verschwinden wieder, um durch andere ersetzt zu werden. Nach einer Weile ist ein farbiges Bild zu sehen, mit dem wir nichts anfangen können.
Als auf dem Schirm eine Fläche bunter Rechtecke erscheint, beginnt der Zauberer fasziniert mit den Tasten zu experimentieren, bis es ihm scheinbar gelingt, das bunte Treiben irgendwie zu beeinflussen. Es scheint ihm außerordentliches Vergnügen zu bereiten. Seine Aufmerksamkeit wird davon aber so sehr in Anspruch genommen, dass er nach einer Weile alles andere vollkommen vergißt.
Er bemerkt nicht, wie an einer Ecke des Deckels ein rotes Licht aufflammt und ihn mit einem dünnen Lichtstrahl von oben nach unten abzutasten beginnt.
Als zunächst der Zauberhut in dreieckige Flächen zerlegt wird, die dann in ein durchsichtiges Gitterwerk übergehen, beschließt Barry schließlich einzugreifen. Er ruft seinen Gott an, damit er die schlechte Magie bannen möge. Mit einem plötzlichen Knall und einer stinkenden Qualmwolke verwandelt der Quader sich in eine unförmige breiartige, ekelhaft riechende Substanz. Nur das unbekannte Emblem mit dem Goldstreifen ist unversehrt. Norucalem nimmt es an sich. Sein Hut ist leider im Dutt.
Ein einzelner Reiter nähert sich schnell von Süden. Er grüßt nur kurz ohne anzuhalten.
Wir setzen unseren Ritt bis zum Abend fort und verbringen eine ruhige Nacht am Rand des Wegs.

22. September

Als wir ein Stück weit gekommen sind, flattern fünf adlergroße Vogelgestalten auf uns zu. Ihr eigenartiger, hypnotisierender Gesang schlägt Sberk in seinen Bann, und er läuft ihnen fasziniert entgegen.
Der Magier schleudert einen Blitz auf die Kreaturen. Unglücklicherweise wird auch Sberk davon getroffen. Barry gibt uns zum Schutz und zur Stärkung den Segen Milils. Zwei der Harpyien werden vom Blitz direkt getroffen, die anderen drei nur gestreift.
Als die Ungeheuer nahe genug gekommen sind, beginnen sie damit, Sberk bei lebendigem Leib zu verspeisen, was dieser wehrlos mit sich geschehen lässt. Ein Zauber Norucalems misslingt, weil er durch den Hieb einer Knochenkeule verletzt wird. Barry wird getroffen, so dass auch er die Konzentration auf die göttliche Kraft verliert.
Während Sberk langsam massakriert wird, greift Barry die Gegner mit seiner Waffe an. Es gelingt Norucalem, einen Säurepfeil auf diejenige Harpyie zu schleudern, die sich an Sberk zu schaffen macht. Als das Biest getroffen wird, fällt es tot um.
Ein zweiter Säurepfeil geht fehl. Sberk ist ziemlich schwer verletzt und fühlt sich dementsprechend unwohl. Er scheint immer noch in Trance zu sein. Barry macht weiter fleißig von seinem Bauernspieß Gebrauch.
Als noch das zweite Monstrum durch ein magisches Geschoß hingerafft wird, ergreifen die übrigen drei die Flucht. Eins wird von weiteren Zauberpfeilen getroffen und stürzt ab. Barry schickt dem Weiterhumpelnden mit seiner Schleuder eine Kugel hinterher. Mit einer explodierenden Kugel aus Feuer holt Norucalem die anderen vom Himmel. Auch der Humpelnde wird von einer Kugel des Priesters getötet.
Der Geist Sberks scheint immer noch in unerreichbaren Gefilden zu weilen. Barry heilt unsere schlimmsten Wunden, so gut er es vermag.

23. und 24. September

Nachdem wir noch einen Tag geritten sind, beschließen wir eine eintägige Rast einzulegen.

25. bis 28. September

Nach zwei ruhigen Reisetagen werden wir etwa zur Mittagszeit von einer Riesenhornisse attackiert. Als das adlergroße Insekt in Reichweite des Magiers kommt, wird es von Feuer versengt, das dieser aus seinen Händen hervorschießen lässt. Flugunfähig stürzt das Insekt zu Boden, wo ihm Sberk mit seinem Schwert den Rest gibt.

Zorkan von Tolk

29. September bis 1. Oktober

Nach ereignisloser Fahrt mit Übernachtung in einem Gasthof erreichen wir endlich Tolk.
Der Ort wird von einem befestigten Wall mit einer Mauer und einigen Türmen darauf geschützt. Ein großer Teil der Mauer verläuft unmittelbar am Ufer der Lante und der Selte. Es gibt hier nur wenige steinerne Gebäude. Wir lassen uns am Tor einen guten Gasthof nennen.
Das Oberhaupt von Tolk ist der Schultheiß Zorkan. Im Gasthof lassen wir den Wirt nach einem Boten suchen, der möglichst Nachricht über den Grund unserer Verspätung nach Mogrest bringen soll. Während der Nacht stören Schreie aus der Ferne vorübergehend unseren Schlaf.

2. Oktober

Am heutigen Rasttag findet sich ein Bote bereit, unser Schreiben zum Kloster von Osfurt zu bringen. Von dort soll die Nachricht dann nach Mogrest weiter geleitet werden.

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