Rollenspielchronik: 43. Kapitel, 54. Spieltag

Unter den HügelnIn der Hookmark

Unter den Hügeln

11. Mai, Fortsetzung

Wir beratschlagen ziemlich lange. Unsere Ritter mit der Sänfte der Gesandten werden wohl erst in zwei Wochen hier sein. Sberk schleicht zum Eingang, um nach den Wachen zu sehen. Sie müssen sich weiter in den Gang zurückgezogen haben. Unsere Söldner bringen die beiden Pferde zu den Sonnentemplern. Barry und Norucalem schließen zu Sberk auf. Der Gang führt abwärts und macht gleich mehrere Biegungen, so dass man auch mit Barrys leuchtendem Symbol nicht weit sehen kann. Von dort ist ein kehliges Knurren zu hören.
Wir überlegen, was wir in dieser verzwickten Situation tun sollen. Der Eingang führt womöglich in ein weit verzweigtes Höhlensystem, das den Gnollen vertraut ist. Es ist anzunehmen, dass es noch weitere Ausgänge gibt, die wir nicht kennen. Wir haben den Verdacht, dass jemand den Gnollen einen Tip gegeben und von unserer Fahrt erzählt hat, was den Hinterhalt erklären würde. Wenn die Gesandte zu lange dem Einfluß der Sonnentempler entzogen wird, lässt die Bezauberung nach. Dann müssen wir damit rechnen, dass unsere ehemalige Gefangene versucht, das Blatt zu ihren Gunsten zu wenden. Sollte sie versuchen, zu entkommen, so muss sie in jedem Fall entweder die Rashfurt im Osten oder die Jaufurt im Westen durchqueren. Sonst kann sie nur südwärts nach Alfa, von wo kein Weg weiter führt, denn der Freistaat wird auf drei Seiten von Hochgebirge begrenzt.
Wir beschließen, erst einmal darüber zu schlafen.

12. Mai

Wir wollen noch einmal mit Eknalap in der Höhle nach Spuren suchen. Der Magier Aunk und der Priester Re Niek vom Sonnentempel bleiben mit Ckaj bei den Pferden zurück.
Der Gang windet sich abwärts bis in eine größere Höhle mit drei Abzweigungen. Mehrere Hyänen warten dort auf uns. Barry bezaubert das Leittier, so dass es ihm freundlich gesinnt und friedfertig bleibt. Die anderen Hyänen machen sich in den nördlich verlaufenden Gang aus dem Staub. Das besänftigte Tier bettelt Barry an, bis der Priester ihm ein Stück Trockenfleisch überlässt. Die Hyäne lässt sich zufrieden nieder, um den Brocken zu verspeisen. Wir folgen den anderen Tieren. Vielleicht führen sie uns zu den Gnollen. Nach einer Weile überqueren wir eine Kreuzung. Eknalap stellt fest, dass alle vier Gänge in letzter Zeit häufig benutzt worden sind. Dahinter beginnt der Gang etwas anzusteigen. Von weiter vorn sind Gebell und undeutliche Stimmen zu hören. Sberk bleibt etwas hinter den anderen zurück, um sich bei Gefahr im Schatten außerhalb des Lichtscheins besser verstecken zu können. Wir erreichen schließlich eine größere Höhle.
Einige Gnollkrieger erwarten uns kampfbereit mit ihrem Anführer. Wir verhandeln mit ihnen. Der von Norucalem getötete Wargreiter war der Bruder des Anführers. Zu unserer Überraschung überlassen uns die Räuber die Hyrkanierin ohne eine Gegenleistung. Dann folgen sie sofort dem Rest ihrer Gruppe und verlassen die Höhle.
Wir machen uns auf den Rückweg zu unseren Gefährten und den Pferden. Re Niek nimmt die Gesandte zu sich auf das Pferd. Wir reiten zur Oststraße zurück.
Wir einigen uns, wie ursprünglich geplant, weiter ostwärts zur Rashfurt zu reiten und machen uns auf den Weg. Nachts schlafen wir wieder in einer Sicheren Hütte. Der Elf träumt von Wesen, halb Mensch, halb Pferd, und von Schlachtrössern mit Flügeln.

13. bis 14. Mai

Ein Wagen kommt uns auf der Straße entgegen. Als Norucalem erkennen kann, dass es sich um unseren alten Bekannten, den hyrkanischen Händler Haary handelt, verstecken wir uns abseits der Straße, bis er vorbeigezogen ist, weil wir ihm nicht begegnen wollen.

15. Mai

Wir rasten einen ganzen Tag und können uns etwas von den Strapazen der Reise erholen.

In der Hookmark

16. bis 17. Mai

Wir reiten weiter. Als wir nur noch einige Kilometer von der Furt entfernt sind, begegnen wir einer Patrouille der Königlichen Garde. Wir sprechen mit ihnen. Sie sagen uns, dass der weitere Weg jenseits der Furt bis zur Hookbarg sicher ist. Dadurch erübrigt sich unsere Absicht, einen Späher zum Rash vorauszuschicken. Abends passieren wir die Furt, die von einem einzelnen Rundturm bewacht wird, auf dem die Fahne der Hookmark weht.

18. Mai

Wir erreichen den Ort Stubold, der einen knappen Tagesritt nördlich der Furt bei einem Waldstück an den Ausläufern des Rashmoors liegt. Die Bewohner sind sehr schweigsam und bleiben unter sich. Melruniten gibt es hier anscheinend noch nicht.

19. bis 22. Mai

Wir folgen der Straße nordwärts und erreichen nach drei Tagen die Abzweigung, wo die verfallene Neue Oststraße zum Dyrkwohld führt. Dort rasten wir einen Tag abseits des Weges.

23. bis 25. Mai

Morgens entdecken wir glücklicherweise frühzeitig sechs große Waldtrolle, die aus Richtung des Dyrkwohld auf uns zu halten. Deshalb gelingt es unseren Magiern sie mit zwei Feuerbällen zu Asche zu verbrennen, bevor sie uns gefährlich werden können. Dann machen wir uns daran sorgfältig die letzten Überreste mit Lampenöl und Feuer unschädlich zu machen, damit die Unholde sich nicht wieder regenerieren können. Dann setzen wir die Reise fort.

26. Mai

Wir erreichen Hookbarg an der Woter. Die Festung scheint auf den Grundmauern einer älteren Festung erbaut worden zu sein. Ein paar hundert Leute haben sich darum herum angesiedelt. Die meisten scheinen vom Handel zu leben. Es gibt ein reichhaltiges Angebot hyrkanischer und keondarischer Produkte.
Am Festungstor fragt man nach unserem Begehren. Wir erzählen von unserem Auftrag die Gesandte hierher zu eskortieren. Man lässt uns eintreten. Zwischen äußerem und inneren Tor müssen wir warten. Nach einiger Zeit erscheint der wachhabende Hauptmann. Er erklärt uns, dass der Kommandant für diese wichtige Angelegenheit zuständig ist. Wir bekommen Quartiere zugewiesen. Wir fragen den Kommandanten nach Unziël und seinem Bruder. Wir zeigen ihm das Rehabilitationsschreiben von Sembolosu. Der Kommandant bricht in Lachen aus und sagt, dass wir ihm folgen sollen. Er bringt uns zu Unziëls Bruder. Der Baron von Melbarg ist schon seit längerer Zeit dort zu Gast. Vladnug sieht seinem Bruder nicht sehr ähnlich. Wir werden als Mörder Unziëls vorgestellt.
Unziël war tatsächlich Zeuge, als Melrunes shemitischer Hofzauberer den Anführer der Halblinge umgebracht hat. Wir lassen uns den Zauberer beschreiben. Es ist ein typischer Shemite, klein, dunkelhäutig und schwarzhaarig. Unziël will sich so lange bei seinem Bruder in der Festung Hookbarg verborgen halten, bis die Wogen um die Thronfolge sich geglättet haben. Er wundert sich, woher Norucalem weiß, dass er ein Anwärter auf den Thron ist. Wir berichten von unserer Freundschaft mit Sembolosu und erzählen auch von unseren Abenteuern im Elfenturm bei Hook. Vom Verschwinden der Friedenskrone ist in Hookbarg bisher nichts bekannt gewesen. Wir erfahren, dass Helle von Loburg, welches südlich der Ländereien von Melbarg liegt, die Halbschwester der beiden ist.

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