Rollenspielchronik: 48. Kapitel, 59. Spieltag

Nächtlicher BesuchGift

Nächtlicher Besuch

14. Juni

Norucalem zaubert sich eine Steinhaut.
Wir setzen den Ritt nach Westen fort.
Als wir uns der Stelle nähern, wo der Weg zwischen den Feuerbergen und einer Hügelkette auf der nördlichen Seite hindurch führt, scheuen die Pferde. Der Wind kommt uns aus einer sumpfigen Senke vor den Hügeln entgegen. Da uns die Situation nicht geheuer ist, halten wir an.
Norucalem zaubert sich Schutz vor Geschossen. Weil es kurz vor Sonnenuntergang ist, suchen wir uns einen Platz, an dem unsere Sichere Hütte vom Weg aus nicht zu sehen ist.
Der Elf hat wie üblich die erste Wache. Nach etwa drei Stunden klopft es an der Tür.
Nachdem er Barry und Sberk aufgeweckt hat, fragt Norucalem, wer da sei. Die Antwort ist: "Ein Bote." Der Elf verlangt, dass der Fremde zum Fenster kommt, damit wir ihn sehen können. Der Fremde ist über soviel Misstrauen verwundert. Er meint, er sei sich nicht sicher, ob er bei uns an der richtigen Adresse sei. Dann kommt er an das Fenster und streift seine Kapuze ab. Im Lichtschein sehen wir einen freundlich grinsenden Humanoiden mit schuppiger Echsenhaut. Wir lassen ihn eintreten.
Er stellt sich uns als Kritz, der Sohn des Echsenkönigs vom Rashmoor vor. Wir stellen uns ebenfalls vor. Der Krieger legt seinen Umhang ab und stellt seinen Speer in eine Ecke neben der Tür. Dann setzt er sich zu uns. Nach einer Weile bittet er um etwas Wasser.
Wir erklären, dass die gelbschwarzen Abzeichen nichts mit unserer wirklichen Gesinnung zu tun haben. Kritz ist sich nicht sicher, ob wir die Richtigen sind, nach denen er gesucht hat. Wir wollen wissen, wie er das feststellen will. Er fragt, was wir vom Kult der Mala halten. Wir antworten wahrheitsgemäß, dass wir noch nie etwas davon gehört haben. Unvermittelt bittet Kritz uns darum, ihm die Schriftrollen zum Schutz gegen den Schlangendämon zu geben. Als wir uns wundern, woher er davon weiß, antwortet er nur: "Unser Schamane weiß." Dann erzählt er uns, von dem Schlangengeist, der lange Zeit sein Volk versklavt hatte, bis er vor einigen Jahren besiegt worden war. Daran waren ein Elf und ein Zwerg beteiligt, die seitdem verschollen sind. Die Echsenmenschen wollen vermeiden, dass sich diese Umstände wiederholen. Dazu brauchen sie unsere Hilfe, um die sie uns inständig bitten. Nach kurzer Beratung geben wir ihm Kopien der Schriftrollen.
Er ist hoch erfreut und erklärt, dass er sofort wieder aufbrechen muss. Beim Abschied überreicht er uns als Dank ein Petschaft seines Stammes.
Wir schlafen weiter bis zum Morgen.

15. Juni

Wir reiten einen weiteren Tag und nähern uns am späten Nachmittag den beiden Rundtürmen an der Jaufurt. Wir werden von den Wachen kontrolliert und erklären, dass wir auf der Durchreise nach Keond sind und den Weg über Targon nehmen wollen. Wir kommen in der gleichen Gaststätte unter, in der wir schon auf dem Hinweg übernachtet haben.
Wir fragen den Wirt nach dem Malakult. Viel weiß er nicht darüber. Er erzählt, dass in Jaufurt ein neuer Tempel gebaut wird. Dort treffen sich in jeder Nacht die Anhänger. Wenn wir dort hin wollten, müssten wir nur dem Gesang folgen. Wir wollen uns das am nächsten Tag ebenso wie den Stützpunkt der Melruniten einmal genauer ansehen.
Eine ganze Weile nachdem wir Quartier genommen haben, zerschneidet ein grausiger, unartikulierter Schmerzensschrei die Stille der Nacht. Wir lauschen eine Weile unentschlossen und legen uns dann wieder zur Ruhe.

Gift

16. Juni

Wir lassen uns das Frühstück auf das Zimmer bringen. Hinterher wird uns allen schlecht. Am schlimmsten trifft es Ckaj. Nur Barry und Eknalap können sich einigermaßen aufrecht halten, die anderen gehen alle zu Boden. Barry, der einen ungeheuren Durst bekommt, trinkt vorsichtshalber aus seinem eigenen Wasserschlauch. Er kann gerade noch verhindern, dass Eknalap aus dem Krug auf dem Tisch trinkt und bedeutet ihm, es ihm gleich zu tun. Als Nächstes neutralisiert Barry bei Ckaj das Gift. Dann legt er schnell den Riegel vor die Zimmertür und versorgt zusammen mit Eknalap die anderen mit Wasser.
Kurz darauf hört man auf der Treppe Schritte die sich nähern und jemand versucht ohne Erfolg von außen unsere Tür zu öffnen. Dann entfernen sich die Schritte wieder.
Als Barry in seine Schale schaut, sieht er darin den mit einer Keule bewaffneten Wirt vor Tür stehen. Gemeinsam mit Eknalap gelingt es ihm, diesen zu überwältigen und zu uns ins Zimmer zu schaffen. Als Barry den Wirt zur Rede stellt, bezichtigt uns dieser der Spionage und droht, dass wir vor Gericht gestellt werden. Ein Gegengift hat er nicht. Norucalem schafft es mit aller Anstrengung, einen Freundschaftszauber zu wirken. Als das gelingt, bemüht Barry sich sofort, dem Elfen irgendwie zu helfen, der sich völlig verausgabt hat. Der Wirt scheint von dem Zauber aber nicht beeindruckt zu sein.
Wir trinken reichlich Wasser.
Als Norucalem wieder etwas zu sich kommt, bäumt er sich noch einmal auf und zaubert eine Sichere Hütte. Danach fällt er in einen tiefen Schlaf.
Als Ckaj sein Wasser lassen muss, will er zum Abort gehen. Barry verlangt aber, dass er im Zimmer bleibt. Der Topf ist bereits voll. Ckaj versucht vergeblich, diesen aus dem Fenster der Sicheren Hütte zu entleeren, welches durch die Mauer des Gasthofs versperrt wird. Er ist empört.
Als er nach einer Zeit den Drang verspürt, seine Notdurft zu entrichten, kommt es beinahe zu einer Meuterei. Er verlässt das Zimmer und kommt nach einigen Minuten erleichtert zurück. Dann verschwindet er noch einmal, um den Topf auszuleeren.
Eknalap verschnürt den Wirt ordentlich mit dem Seil von Sberk. Dann gehen Barry und er in die Küche des Gasthofs hinunter. Dort entdecken sie ein eigenartiges Fläschchen, welches sie dem Wirt zeigen. Er behauptet es nicht zu kennen, obwohl nun bewiesen ist, dass er damit unser Frühstück vergiftet haben muss.
Sberk fordert Barry auf, dem Wirt mit dem Gift zu drohen, doch dazu ist der Priester nicht bereit.

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