Rollenspielchronik: 52. Kapitel, 63. Spieltag

Am Mondsee

Am Mondsee

2. Juli

Morgens erneuert Norucalem den Steinhautzauber bei sich und seinen beiden Gefährten. Wir wollen nach Jason reiten. Norucalem stimmt widerwillig zu. Er hofft immer noch, zur Zaubererstadt Alfa zu gelangen, und Jason liegt auf dem Weg dorthin.
Inzwischen sind schon einige Leute an Ckaj vorbeigekommen, aber keiner entsprach im Entferntesten der Beschreibung des Diebes Greff.
Wir reiten ab. Einige grüngewandete Gestalten kommen uns auf dem Weg entgegen. Sie sind mit Pfeil und Bogen bewaffnet. Norucalem fragt sie nach Greff, aber sie haben den Gesuchten nicht gesehen.
Der Weg schlängelt sich durch den Wald, um großen, alten Bäumen auszuweichen. Hinter einer Biegung erblicken wir unerwartet das Ufer des Mondsees.
Jason liegt direkt am See und ist durch einen Wassergraben geschützt. Als wir den Ort betreten, werden wir von einem Wächter angehalten. Als wir uns als Fremde aus Keondar zu erkennen geben, werden wir von ihm auf die Gesetze der Freien Lande von Luva hingewiesen, die hier gelten. Er zeigt uns ein Plakat für Fremde, das einige Besonderheiten hervorhebt:
1. In Gegenwart von weiblichen Geschöpfen ist der Gebrauch unflätiger
   Ausdrücke und das Fluchen verboten.
2. Wenn ein Sklave ein Verbrechen begeht, wird sein Herr dafür haftbar
   gemacht.
3. Vor dem Recht werden alle Menschen ungeachtet ihrer Herkunft oder ihres
   Standes gleich behandelt.
Im Übrigen würden hier weitgehend die gleichen Gesetze gelten wie in Keondar. Die Sklavenhaltung ist hier zwar nicht verboten, wird aber nicht unterstützt und ist unter der Bevölkerung verpönt.
Der freundliche Wächter empfiehlt uns einen guten Gasthof am Marktplatz.
Norucalem wird von einem zwielichtigen Straßenhändler angesprochen, der ihm unverhohlen sein Hirselkraut anpreist. Er zieht den Elfen um die Ecke in einen Winkel, wo die beiden tatsächlich handelseinig werden. Norucalem erfährt auch noch, dass "der große Typ" den Ort in Richtung Alfa verlassen haben soll, und der Gehilfe des bösen Zauberers ihm gefolgt sei. Der Händler verspricht Tabak für den Elfen zu besorgen.
Gemeinsam begeben wir uns zum Gasthof und quartieren uns dort ein. Die Einrichtung ist sehr komfortabel und das Personal ausgesprochen höflich und zuvorkommend. Dafür sind die Preise entsprechend hoch. Nach dem Essen gehen wir in den Schankraum und versuchen vergeblich, mit dem Personal ins Gespräch zu kommen.
Wir gehen alle zusammen in unser Zimmer, nur Sberk will sich noch etwas im Ort umsehen. Der Pförtner weist ihn darauf hin, dass der Gasthof nur geöffnet ist, bis die Glocke dreimal schlägt. Ein Gast, der später kommt, muss klopfen, um eingelassen zu werden.
Norucalem dreht sich aus dem Hirselkraut eine Art Zigarette. Da er nicht weiß, wieviel er nehmen soll und auch keinen Tabak zum Mischen hat, dreht er ungefähr halb so dick wir gewöhnlich. Als er den ersten Zug nimmt, fängt er fürchterlich zu husten an. Das Zeug bekommt ihm nicht. Er versinkt in Bewegungslosigkeit und starrt mit einem glückseligen Lächeln einen Punkt an der Wand an.
Sberk erkundet die Hafengegend. Dort gibt es noch einen weiteren, billigeren Gasthof und einige Schänken. Allerlei Dienste und zwielichtige Genüsse werden feilgeboten. Die meisten Bewohner auf der Straße tragen offen ihre Waffen. Bei einem Kiosk bleibt Sberk stehen. Er kommt mit dem Besitzer ins Gespräch. Als er das Diebeszeichen macht, gibt sich der Händler als Zunftgenosse zu erkennen. Sberk kauft ihm Trockenfisch ab. Dann setzt er sich ans Ufer des See. Der Fisch ist in Fettpapier gewickelt. Darauf steht in Diebessprache: "2 Glocken Steinmauer".
Als Sberk wieder zum Kiosk blickt, steht dort eine Frau als Verkäufer. Sberk geht auf den Kai hinaus, welcher sich in das Hafenbecken erstreckt. Es ist die einzige steinerne Mauer in Jason. Gerade als die Glocke zum zweitenmal schlägt, erscheint der Kioskbesitzer. Er fordert Sberk zu einem Spaziergang auf.
Als er nach Greff befragt wird, antwortet er, dass dieser in der vorigen Woche hier gewesen sei, um sich mit dem immer anders aussehenden Zaubergehilfen Schnakel zu treffen. Greff sei dann plötzlich ziemlich eilig nach Luva aufgebrochen. Der Kioskbesitzer schwärmt von Jason am Mondsee. Er meint es sei der schönste Platz auf der ganzen Welt.
Sberk kommt noch vor dem dritten Glockenschlag wieder in unserem Gasthof an. Der Elf ist immer noch weggetreten. Plötzlich fällt er vom Stuhl und wacht auf. Dann legt er sich gleich zum Schlafen.

3. Juli

Am nächsten Morgen zaubert Norucalem Steinhäute für Ckaj und Eknalap. Sberk erzählt uns, was er herausgefunden hat. Nach dem Frühstück spazieren wir durch den Ort. Norucalem kauft am Hafenkiosk Trockenfisch und Tabak. Nun möchte er noch eine Tabakpfeife haben. Er lässt sich den Weg zu einem Pfeifenhändler beschreiben. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem Kuriositätenhandel vorbei. Nach dem Kauf der Pfeife gehen wir dort hinein.
Der Eingang wird auf der Innenseite von zwei riesigen, schwarzhäutigen Kriegern mit großen Krummsäbeln bewacht. Wir sehen eine Treppe, die sich in der Mitte des Raums um einen eigenartigen Schrank in das Obergeschoß hinauf windet.
Als der Elf etwas anfassen will, steht auf einmal wie aus dem Boden geschossen ein zwergwüchsiger Kerl neben ihm und fragt ihn nach unseren Wünschen. Norucalem zeigt ihm sein Blasrohr und fragt nach Pfeilen dazu. Der Händler verschwindet und kommt schon nach kurzer Zeit mit einem verschnürten Päckchen Munition zurück. Dann nennt er händereibend den horrenden Preis. Nach einigen Verhandlungen kauft der Elf ihm nicht nur die Munition ab, sondern auch einen Zauberring, der drei Sprüche speichern kann. Barry erwirbt ein kristallenes Fläschchen, mit dem man Wasser und Nahrung reinigen kann.

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