Rollenspielchronik: 60. Kapitel, 71. Spieltag

Faule Eier

Faule Eier

28. August

Wir verteilen Aufgaben an unsere Schüler.
Reddiw soll das Anschleichen und Öffnen von Schlössern üben, Kowe bekommt den Auftrag, die Aufzeichnungen des Ritters Mog zu lesen, und Beaky soll den Altar im Keller säubern und herrichten.
Wir sprechen mit Re Tsie, aber inzwischen hat sich nichts Besonderes ereignet. Er meint, wir sollten uns öfter mal den Leuten zeigen.
Wir einigen uns darauf, in einer Woche ein kleines Fest für unser Völkchen zu geben und senden aus diesem Grund einige Boten aus. Dann gehen wir wieder der Erforschung der unbekannten Gänge unter der Burg nach.
Am Geheimgang setzt Sberk wieder seine Lauscher ein, aber es ist nichts zu hören. An der Kreuzung des Wurmgangs ist es das Gleiche. Wir gehen nach rechts zur Kammer mit den Steineiern. Sberk meint von dort ein leises Klimpern zu vernehmen und außerdem Geräusche hinter uns zu hören. Es stinkt immer noch sonderbar. Barry hat zeitweilig Farbflecken vor den Augen. Sberk steckt uns mit seiner Panik an, so dass wir in die Kammer stürzen. Inzwischen scheinen die Geräusche von überall gleichzeitig zu kommen, und auch der Dieb hat Sehstörungen.
Barry verformt die Eier mit einem Spruch, dabei entdeckt er in einem Ei ein kleines Loch. Die Eier zerfallen und bilden nun eine ebene Fläche mit dem Boden. Sie scheinen leer gewesen zu sein.
Plötzlich bemerken wir, dass der Kadaver fein säuberlich ausgenommen worden ist. Er scheint verschoben worden zu sein.
Wir vermuten, dass die Jungen geschlüpft sind.
Nachdem wir den Kadaver in die Kammer gezogen haben, versperrt Barry diesen Gang durch eine Steinwand mit zwei Gucklöchern.
Um in keinen Hinterhalt zu geraten, brechen wir hier erst einmal ab. Dann begeben wir uns zurück in den Gang der zum Schrein führt und wenden uns dem bekannten Teil des Labyrinths zu, der unter Wasser gestanden hat.
Dort gehen wir zur ersten Gabelung, wo es auch nach unten geht: Hier sieht es feucht aus. Auch als Norucalem seinen Stecken in das Loch hält passiert nichts. Wir gehen weiter. An der nächsten Gabelung lauscht Sberk und hört irgendwo Wasser tröpfeln. Vorsichtshalber schaut Norucalem um die erste Ecke. Der Boden ist mit Schlamm bedeckt, darin sind keine Spuren zu sehen. Auch an den nächsten Abzweigungen zeigt sich das gleiche Bild. An der Stelle, wo vorher ein Tümpel war, klafft jetzt ein tiefes Loch wie ein Brunnen im Boden. Sberk schaut in das Loch und kann am Grund Wasser erblicken. Norucalem wirft einen Stein hinein, dieser fällt drei Sekunden bevor er das Wasser erreicht. Er schließt daraus, dass das Loch mehrere Stockwerke tief ist. Beim Weitergehen fällt uns auf, dass es in diesen Gängen nicht stinkt. Wir suchen weiter, können jedoch nichts Besonderes entdecken. Im Schlamm sind keine Spuren zu sehen. Auch die Spinnweben scheinen vom Wasser weggespült worden zu sein. Als wir den Abschnitt des Labyrinths mit den gruftartigen Ausbuchtungen erreichen, finden wir keine Spur vom Höllentor mehr.
Das Wasser hat eine weitere Nische freigelegt. Auf einem flachen Podest aus Ton liegen schwarze Bruchstücke, die einmal zu einem Insekt gehört haben könnten. Barry untersucht die Teile genauer, er findet einen Unterkiefer von dem Typ, wie Sberk ihn hier schon einmal gefunden hat. Das untere Höhlensystem wollen wir uns nicht ansehen. Wir verlassen das östliche Höhlensystem wieder. Norucalem legt einen Alarmzauber auf diesen Gang. Durch die bekannte Geheimtür verlassen wir den Gang, Norucalem verschließt die Tür magisch. Nach einem opulenten Mittagsmahl verlassen wir die Burg und gehen Richtung Straße. Die Leute denen wir begegnen reagieren sehr scheu und verstecken sich in ihren Häusern. Es beginnt zu regnen und wir kehren zur Burg zurück. Wir suchen jeder unsere Auszubildenden auf. Der Zauberlehrling hat sich bereits einen guten Überblick über die Bücher verschafft und hat das erste Buch bis zur Hälfte durchgearbeitet. Da er übermüdet wirkt, darf er sich den Rest des Tages schlafen legen. Der Diebeslehrling hat achtzehn Schlösser geöffnet. Beaky war nicht so fleißig, sie wußte gar nicht so recht wie sie den Altar herrichten sollte.

29. August

Wir gehen wieder runter. An der Kreuzung zwischen Ost und Westgang stellen wir fest, dass der Alarmzauber noch da ist. Barry verschließt den Ostgang mit einer weiteren Steinplatte, diese hat zwei Gucklöcher auf Augenhöhe des Priesters und ein hervorgehobenes B. Wir gehen in den Westgang, es stinkt gewaltig. Durch die ehemalige Eierkammer eilen wir sehr schnell, da der Gestank unerträglich ist. Die Steinwand, die den rechten Gang verschließt, ist noch da. In dem linken Gang stinkt es zum Glück nicht. An der Kammer mit den Insektenscheren unternehmen wir nichts. Wir suchen den Rest des Labyrinths ab, können nichts entdecken und gehen schließlich zu dem Einsturz, wo wir nicht weitergekommen sind.
Der Spalt ist zu klein, um einen von uns durchzulassen. Also verwandelt sich Norucalem in eine weiße, gescheckte, ungewöhnlich ansehnliche Ratte. Er läuft über den Haufen und riecht sofort frisches Aas: "Legger, legger!".
Die Ratte Norucalem eilt weiter den Gang abwärts. Das Tempo scheint dem Elfen nicht effektiv genug zu sein, daher verwandelt er sich nun in eine Fledermaus. Die veränderte Sinneswahrnehmung macht ihm anfangs stark zu schaffen und auch das Fliegen ist ungewohnt. Deshalb rammt er eine Wand, fängt sich jedoch wieder und fliegt weiter. Der Gang ist sehr lang und gerade.
Norucalem ist von seinen neuen Fähigkeiten fasziniert. Nach einer Weile passiert er einen weiteren Einsturz und fliegt wieder weiter. Plötzlich schnappt etwas Riesiges nach ihm, er kann gerade noch ausweichen, macht kehrt und nimmt Reißaus.
Der Rückweg scheint endlos zu sein. Er kehrt zu seinen Freunden zurück und berichtet.
Nachdem wir den Rest des erreichbaren Labyrinthsystems ergebnislos abgesucht haben, kehren wir um. Barry verschließt auch diesen Teil mit einer hübschen Steintür, wieder mit seiner Initiale und zwei Gucklöchern.

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