Rollenspielchronik: 67. Kapitel, 78. Spieltag

Dunkle Geschäfte

Dunkle Geschäfte

24. September, Fortsetzung

Wir essen auf unserem Zimmer zu Mittag. Danach lassen wir den Wirt holen und befragen ihn über Isilwurz. Dabei geben wir vor, dass wir den Sohn des Grafen auf unsere Burg nach Mogrest einladen wollen. Wir erfahren nur, dass Isilwurz nicht in diesem Gasthof zu übernachten pflegte. Kroback will sich aber noch für uns umhören.
Wir wollen ins Dorf gehen. Als wir unseren Schlüssel an der Rezeption abgeben, kommen wir mit Gelrik ins Gespräch, der dort gerade Dienst hat. Er sieht aus wie ein zu kurz geratener Vetter von Grellblond, denn er ist nur eineinhalb Meter groß. Gelrik besteht auf Diskretion, über Gäste wird er nichts sagen. Geld will er nicht annehmen. Allerdings gibt er zu, dass der junge Graf nicht zu den Gästen zählt. Daher erklärt er sich zu einem Treffen nach Feierabend bereit, um uns zu sagen, was er weiß. Wir sollen nach Einbruch der Dunkelheit vom Markt aus dem Weg nach Süden folgen. Dort werden wir dann nach hundertfünfzig Schritten auf der linken Seite zu einem Haus kommen. Es hat die Eingangstür auf der linken Seite und daneben zwei Fenster. Dort sollen wir dreimal klopfen.
Wir gehen hinaus und wenden uns nach Süden, um uns dieses Haus schon einmal anzusehen. Als wir soweit gekommen sind, kommt just eine Frau aus der gegenüberliegenden Hütte. Sie hat einen groben Schal um ihren Kopf geschlungen, so dass wir ihr Gesicht nicht sehen können. Auf dem Weg wendet sie sich gleich nach rechts, um dem Weg weiter nach Süden zu folgen. Barry spricht sie an, worauf sie stehen bleibt und vor ihm auf die Knie fällt. Sie sieht sehr traurig aus. Besorgt weist sie auf ihr kleines Kind hin, dem es schlecht geht. Deshalb müsse sie sich beeilen, zu Zumbawaba, der Kräuterfrau zu kommen. Barry darf sich das Kind ansehen. Es ist unterernährt und hat eine schwere Erkältung. Barry kann diese Krankheit sofort heilen. Das Kind hustet und fängt gleich danach an zu weinen, aber die Mutter ist trotzdem glücklich und nimmt es wieder an sich.
Wir begleiten Mandeline in ihre Hütte. Dort facht sie das Feuer im Herd wieder an, um dem Kleinen das Essen aufzuwärmen. Sie erzählt uns, dass ihr Mann vor zwei Jahren gestorben ist, deshalb muss sie mit dem Nötigsten auskommen. Das Kind stammt von ihrem Freund Jorgel, einem Holzfäller, der gerade mit seiner Brigade im Arbeitseinsatz ist.
Während sie ihr Kind hinter einem Vorhang füttert, machen wir miteinander ab, dass wir ihr und Jorgel anbieten wollen, zu uns nach Mogrest zu kommen. Sie ist glücklich, als sie das hört. Aber natürlich muss sie noch mit Jorgel sprechen. Norucalem fertig ein Schreiben für Re Tsie an und gibt es ihr. Mandeline erzählt uns bereitwillig, dass sie Isilwurz vor etwa einem Jahr einmal bei Zumbawaba gesehen hat. Wir fragen sie nach dieser Kräuterfrau. Sie sagt, dass sie morgen dort hingehen will. Es ist etwa ein halber Tagesmarsch. Wir wollen sie begleiten.
Auf dem Rückweg in den Gasthof kaufen wir noch etwas zu Essen ein. Wir werden es morgen der armen Mandeline geben.
Abends finden wir uns in der Gaststube ein. Grässel kommt in Begleitung eines dicken Mannes, den er uns als den Händler Krabolk vorstellt. Dann bestellt der Schmied eine Runde Schnaps und erklärt, dass er das Geschäft nicht in der Kneipe machen will. Wir sind einverstanden und stoßen an. Norucalem bekommt der Schnaps nicht gut. Wir erheben uns und gehen in die Schmiede hinüber.
Krabolk soll für die Abwicklung des Handels zuständig sein. Wir verhandeln mit dem Schmied über die Lieferung von zwölf Fässern, eins im Monat. Dafür sollen wir 30 Prozent Rabatt bekommen. Wir sind einverstanden. Argwut holt vorgefertigte Schreiben hervor, wo nur noch die Ziffern eingesetzt werden müssen. Wir zahlen fünfzig Goldstücke pro Faß. Wir unterschreiben in doppelter Ausfertigung, ein Exemplar für den Schmied und eins für uns. Grässel reibt sich die Hände und meint, dass es amüsant sei, mit uns Geschäfte zu machen. Dann erklärt er mit einem vielsagenden Augenzwinkern, dass wir uns nun wohl gegenseitig in der Hand hätten. Er will gern in seinen Aufzeichnungen nachsehen, wann er zuletzt einen Termin mit dem Sohn des Grafen gehabt hat. Es soll vor etwa einem Monat gewesen sein.
Wir gehen wieder zum Gasthof zurück. Während Barry und Norucalem auf dem Zimmer bleiben, will Sberk seine Erfahrung einsetzen, um eine der Animierdamen in der Gaststube über Isilwurz auszufragen. Als er Gesellschaft bekommt, versucht er zwar sein Bestes, aber ohne Erfolg. Auch Geld hilft nichts. Offensichtlich weiß die Dame tatsächlich nichts. Sberk verabschiedet sich von der anhänglichen Person.
Als die Zeit gekommen ist, brechen wir nacheinander auf, um Gelrik aufzusuchen. Sberk verlässt als erster den Gasthof. Er wendet sich sofort nach rechts und verbirgt sich neben dem Weg im Schatten. Dort versucht er zu erkennen, ob jemand unseren Ausflug beobachtet.
Norucalem folgt ihm nach ein paar Minuten. Der Elf geht zuerst zum Brunnen. Von dort aus wendet er sich nach Süden in die Dunkelheit. Dank seiner Nachtsicht findet er schnell zu Sberk. Barry geht als Letzter. Genau wie Sberk kann er zuerst kaum etwas erkennen. Norucalem sieht auf der gegenüberliegenden Seite des Marktes für einen Moment ein Augenpaar aufleuchten.
Der Elf führt uns zum Haus des Pförtners vom Gasthof. Sberk kann währenddessen niemand entdecken, der uns folgt. Als wir ankommen sehen wir uns noch einmal um, aber es ist alles friedlich.
Wir machen das vereinbarte Klopfzeichen. Gelrik öffnet und lässt uns eintreten. Nachdem wir uns gesetzt haben, berichtet er uns, dass der Sohn des Grafen in Kleck gewesen ist und mit dem Schultheiß Argwut Grässel verhandelt hat. Von hier aus ist er auf dem Weg in Richtung Osmund weiter geritten. Isilwurz soll auch manchmal bei der Kräuterfrau Zumbawaba gewesen sein. Gelrik beschreibt uns den Weg zu ihr. Wir verabschieden uns und gehen zurück zum Gasthof auf unser Zimmer.

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