Rollenspielchronik: 104. Kapitel, 115. Spieltag

Wetterwechsel

Wetterwechsel

13. April

Nachts hat es geschneit. Morgens ist es warm und taut. Man kann durch den dichten Nebel nur fünf Meter weit sehen. Nach vier Tagen haben wir noch nicht einmal die halbe Strecke bis zum Orkwerk geschafft. Norucalem zaubert Unauffindbarkeit auf uns alle. Es wird sehr warm und die Luftfeuchtigkeit steigt extrem an. Mittags ist es so heiß, dass der Elf sich schlecht fühlt. Wir kommen an eine Stelle, wo sich ein mindestens zehn Meter breiter Spalt quer durch den Weg aufgetan hat, der unser Weiterkommen verhindert.
Es gelingt dem Elfen, sich selbst und unsere vier Pferde auf die andere Seite zu teleportieren. Dann bindet er die Pferde hintereinander und reitet los. Mit einem Donnerschlag erscheint auf der anderen Seite der Spalte wie aus dem Nichts ein Streitwagen, der ebenso wie die davor gespannten Rösser ganz aus Feuer beschaffen zu sein scheint. Norucalem beeilt sich, wegzukommen.
Das gemeinsame Ziel ist der nächste, am Weg gelegene Gasthof. Barry hat den Wagen von der Elementarebene des Feuers herbeigerufen. Er steigt mit Nasgund und Emomo hinein. Dann erheben sie sich in die Lüfte, überholen den Elfen mit den Pferden und fliegen zum Gasthof voraus. Etwa fünfzig Meter vor dem Gasthof hält Barry den Streitwagen an. Die Bewohner werfen sich vor der Erscheinung auf die Erde. Nachdem der Priester die Leute mehrmals aufgefordert hat, erheben sie sich endlich wieder.
Ungefähr eine halbe Stunde später trifft Norucalem beim Gasthof ein. Barry und Norucalem wollen mit dem Feuerwagen möglichst schnell weit von der Stelle wegkommen, wo der Elf den Unauffindbarkeitszauber gemacht hat.
Nasgund und Emomo halten als waschechte Kämpfer nicht viel davon, noch weiter mit in dem Feuerwagen fahren. Sie wollen sich lieber auf ihre körperlichen Fähigkeiten verlassen. Wir vereinbaren mit ihnen, dass sie zum Orkwerk nachkommen sollen.
Da der Feuerwagen nur noch eine begrenzte Zeit verfügbar ist, fahren wir sofort weiter. Nach vielen Stunden nähern wir uns dem Orkwerk. Es ist tief in der Nacht. Die Garnison beim Tor macht einen verlassen Eindruck. Das Tor selbst scheint durch Stein versperrt zu sein. Der Magier macht Barry und sich selbst unsichtbar. Dann zaubert er sich einen Schutz vor Geschossen. Als Nächstes spricht er Unsichtbarkeit Entdecken und dann Magie Entdecken. Es wird für ihn zwar nichts Unsichtbares sichtbar, aber die Steine im Tor scheinen magisch zu sein. Tatsächlich nimmt der Stein humanoide Form an und geht dann auf uns los. Es ist ein Golem. Wir halten Abstand. Der Elf schleudert einen Blitz. Dann verwandelt er den Boden unter dem Golem in Schlamm, und diesen Schlamm wieder zurück in Fels. Der derart gefangene Golem wird schließlich mit Magischen Geschossen vollständig zerstört.
Wir umkreisen das Tor mit seinen beiden Türmen in einigem Abstand und landen dann vorsichtig auf der Seite von der wir gekommen sind. Die Eingänge der Türme sind abgesperrt. Der Elf schickt ein Gepfeffertes Zauberauge durch eine offengelassene Luke im Dach ins Innere des einen Turms. Alles ist verlassen. Die Zeit reicht aus, um das magische Auge auch noch durch eine Schießscharte in den anderen Turm zu schicken.
Unvermittelt beginnen von Ferne jenseits der Mauer orkische Kriegstrommeln zu erschallen, in deren Dröhnen sich noch andere, unbekannte Klänge mischen.

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