Rollenspielchronik: 111. Kapitel, 122. Spieltag

Der Tempel des Wandels

Der Tempel des Wandels

28. April, Fortsetzung

Die Mönche werden versuchen, uns unbemerkt durch geheime Gänge in den dicken Wänden des Tempels bis dicht an den Doppelgänger heranzubringen.
Als wir dort angekommen sind, erfahren wir, dass der Leibdiener des Doppelgängers den Mönchen in die Hände gefallen ist. Wir beschließen, ihn erst noch zu befragen und kehren noch einmal in die Verliese zurück. Nach etwa einer halben Stunde finden wir ihn.
Der Gefangene scheint ein Mitläufer zu sein, jedenfalls gibt er uns sein Wissen bereitwillig preis.
In der Nacht zieht sich der falsche Hohepriester immer in sein Schlafgemach neben der Audienzhalle zurück. Er muss immer durch einen Gong zur Tür geholt werden. Der Diener sagt uns, dass er die Halle nicht einfach betreten darf. Wir planen zum dritten Mal unsere Vorkehrungen und vorbereitenden Priestersprüche und Zauber.
Als wir uns der Audienzhalle nähern, enthüllt der Elf wieder seinen Sonnenstecken. Er legt alle möglichen mächtigen Schutzzauber auf seine Freunde und sich selbst, Schutz vor Geschossen, Zauber zurückwerfen. Barry spricht den Segen Milils über uns. Als auch Zorkan so vor allem Bösem geschützt ist, trennt er sich von uns, um sich durch einen Geheimgang von der Rückseite an den bösen Shemiten anzuschleichen.
Nachdem wir den Gong geschlagen haben, beschwört Norucalem für sich sofort ein Zauberschwert. Die Tür öffnet sich schon nach kurzer Zeit wie von Geisterhand. Der weitläufige Raum dahinter liegt im Halbdunkel, er wird nur spärlich durch Kohlebecken erhellt.
Barry stürmt hinein und schreit: "Der Tempel wird angegriffen!"
Vom gegenüberliegenden Ende der Halle ertönt höhnisches Lachen. Auf einem erhöhten Podest steht eine Art Thron. Darauf sitzt der falsche Hohepriester.
Barry spürt, wie sich ihm die Haare sträuben, und er dreht sich schnell um. Hinter seinem Rücken hat sich ein ekelhafter, minderer Dämon aus der dunklen Ecke der Halle gelöst. Barry spricht einen Bann und zwingt den Dämonen, sofort in seine Heimatebene zurückzukehren.
Als Norucalem gerade einen Zauberstab zückt, sieht er, wie jemand - es muss Zorkan sein - in der Dunkelheit hinter dem Thron auftaucht und dem Unhold mit einem einzigen Schwertstreich den Kopf abtrennt. Als der Körper beginnt, in Richtung des Kopfes zu kriechen, tritt Barry dazwischen, um es zu verhindern.
Wir durchsuchen das Schlafgemach, wo wir verschiedene Aufzeichnungen und Schriftrollen finden. Nachdem Norucalem alle Schriften markiert hat, steckt er sie ebenso wie den Folianten ein. Von einem flachen, geschwärzten Metallbecken steigt uns der Geruch von frischem Blut in die Nase. Die Priester des Tempels sollen sich darum kümmern. In dem Raum findet sich auch noch eine schwere Silberdose, sie ist nicht magisch und es sind keine Fallen zu finden. Norucalem öffnet die Dose und wird sofort in den Bann von schwarzem Lotus gezogen. Er verschließt die Dose wieder und will sie an sich nehmen. Barry und Zorkan können ihn gerade noch daran hindern. Norucalem der völlig benebelt ist vom schwarzen Lotus will die Dose sofort wieder haben. Barry und Zorkan eilen mit der Dose auf das Dach des Tempels, wo sie den Lotus umgehend verbrennen. Als die Wirkung des Lotus bei Norucalem nachlässt kann er sich nur schemenhaft an die Vorgänge erinnern.
Barry schaut mit der Schale des Sehens nach Tsorig. Dort war gerade ein Großangriff am Laufen, Barry kann erkennen, daß die Untoten plötzlich verschwunden sind, denn in der Angriffsformation klaffen Löcher, ein Drache wird von einem Geschoß getroffen und fällt zu Boden. Die Angriffstruppen stehen sich gegenseitig im Weg herum und haben keine effektive Koordination mehr. Die Verteidiger gehen hingegen sehr gezielt und effektiv vor und erreichen gute Erfolge. Bei den Angreifern gibt es die ersten die die Flucht ergreifen.
Wir sprechen mit den Mönchen, sie möchten sich die Aufzeichnungen des Shemiten ansehen. Aus den Aufzeichnungen geht hervor, daß Keondar eine Provinz von Shem werden sollte. Der Shemit hatte jedoch andere Pläne, er wollte Rache nehmen an den anderen Shemiten und hierfür offenbar auch Keondar einsetzen.

29. April

Nach etwas Schlaf erfahren wir, daß die Leute aus Fupol die Stadt wieder unter ihre Kontrolle gebracht haben, sie haben die Überläufer gefangen genommen und beim Tempel abgeliefert. Der Windsee muss noch weiter reguliert werden, daß wird noch ein paar Tage in Anspruch nehmen. Wir rasten den restlichen Tag.

30. April bis 29. Mai

Wir brechen nach Orn auf, holen unsere Sachen ab und reisen dann über Fupol entlang der Straße zurück nach Tsorig. Als wir Tsorig erreichen werden wir als Helden begrüßt. Die ganze Stadt ist immer noch in Aufruhr und feiert den Sieg über die Truppen des Bösen. Unziël hat von dem Angriff rechtzeitg erfahren und ist mit Elitetruppen nach Tsorig gekommen. Unziël ernennt Norucalem, Barry und Zorkan zu Fürsten. Barry wird außerdem zum Hohepriester (Ehrenhalber) vom Tempel des Windes. Nassgund wird zum Herzog ernannt. Norucalem spricht noch einmal mit Zorkan über die Eisenberge, sie machen aus, daß sie sich nach der Fürstenweihe auf den Weg machen wollen. Barry fragt Zorkan, ob er uns mit der Diebesgilde helfen kann, Zorkan muss jedoch passen und meint wir würden daß schon alleine regeln. Wir schließen uns Unziël und den Elitesoldaten an.

30. Mai bis 18. Juni

Auf dem Weg nach Mogrest treffen wir in Osfuhrt ein. Hier werden wir mit allen militärischen Ehren begrüßt. In Osfuhrt treffen wir auf Haary den Hyrkanischen Händler. Zu unserer Überraschung unterhält sich Unziël mit ihm und gibt uns kurz darauf den Auftrag nach Hyrkanien zu reisen.
Es sieht so aus, als wenn die Turaner sich nach Keondar ausbreiten wollen. Wenn wir zu den Eisenbergen aufbrechen, sollen wir uns in Hyrkanien umhören und nötigenfalls geeignete Massnahmen zu ergreifen.
Wir überlegen, dass es am unverdächtigsten ist, wenn wir in ganz offizieller diplomatischer Mission durch Hyrkanien reisen. Wir werden von einem Untergebenen von Unziël in die Gegebenheiten in Hyrkanien eingewiesen. Das Land besteht weitestgehend aus Steppe mit zwei großen Flüssen an der Nord- und Südgrenze. Nördlich erstrecken sich die Eisenberge des Zwergenvolkes.
Die Hyrkanier sind eigentlich Nomaden. Sie wurden vor mehreren Generationen von den Turan unterworfen. Jetzt haben die fremden Kaufleute in dem Land das Sagen.
Im Meer zwischen Turan und Hyrkanien gibt es eine große Insel, so dass die Überfahrt etwas weniger schwierig ist als anderswo.
Die Hauptstadt Turans in Hyrkanien ist die Stadt Rhann. Bis dorthin ist es von der Nordgrenze Keondars ein weiter Weg. Unziël wäre es am liebsten, wenn es gelänge, die Nomadenstämme zu vereinen und die Besatzer aus dem Land zu vertreiben. Zur Zeit ist es so, dass die Stämme sich gegenseitig bekämpfen, um Sklaven zu bekommen, die sie an die Turaner verkaufen.

19. Juni

Wir erreichen Mogrest. Re Tsie macht einen merkwürdig traurigen Eindruck auf uns.
Die Diebesgilde macht ihm ziemlich zu schaffen. Außerdem hat er Angst, dass wir Mogrest verlassen werden, jetzt wo wir Fürsten sind.
Wir versichern ihm, dass Mogrest unser Zuhause ist, und wir die Burg nicht verlassen wollen. Natürlich haben wir jetzt andere Aufgaben zu erledigen, als uns um die Burg zu kümmern. Daher haben wir beschlossen, die Regentschaft auf unseren treuen Hofmeister Re Tsie zu übertragen.

20. Juni

Wir besprechen mit Re Tsie, dass er einen offiziellen Titel bekommen wird. Außerdem soll ein Fest stattfinden. Parallel zum Fest planen wir ein Turnier, bei dem die Leute einiges gewinnen können. Hierfür wollen wir die Staatskasse von Mogrest ein wenig erleichtern.
Wir werden bis zur Fürstenweihe in Mogrest bleiben und uns erholen. Während unserer Abwesenheit haben die Zwerge den Steinbruch wieder in Betrieb genommen und sind in der Eisenmine auf eine Abbaufähige Erzader gestoßen.

21. und 22. Juni

Norucalem zieht sich zurück. Er will versuchen, endlich einen Vertrauten zu finden. Dazu muss er allerlei langwierige Prozeduren ausführen, Weihrauch verbrennen, und so weiter. Er merkt nicht wie die Zeit vergeht.
Plötzlich rumpelt es im Kamin und vor ihm auf dem Boden landet eine Krähe, die sich kurz verbeugt und "Krawatz" zu ihm sagt. Norucalem wird klar, dass es ihr Name sein muss.
Die Krähe flattert auf Norucalems Schulter und möchte wohl am liebsten auf seinem Kopf Platz nehmen.
Nun fällt Norucalem plötzlich auf, dass sein Zauberhut in Orn geblieben ist. Er will einen Boten schicken, um den Hut wiederzubekommen.
Er gestattet dem Raben, auf seinem Kopf zu sitzen. Norucalem geht mit dem Raben in die Küche und holt für sich und den Raben etwas zu essen. Er wird zukünftig immer einige Körner und Trockenfutter für den Raben bei sich haben. Wenn der Rabe Fleisch essen möchte, wird er sich aber wohl selbst darum kümmern müssen.

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