Rollenspielchronik: 123. Kapitel, 134. Spieltag

Rollende Steine

Rollende Steine

24. September, Fortsetzung

Wir gehen weiter. Es ist etwa gegen Mittag, als uns Ghule angreifen. Es sind zunächst vierzehn an der Zahl. Barry kann zehn von ihnen zur ewigen Ruhe schicken. Die anderen fallen den Zaubern und Priestersprüchen von Barry und Norucalem zum Opfer. Barry geht als Bestgerüsteter weiterhin vor Norucalem und Zorkan am Schluss.
Wir stolpern über ein Netz aus Spinnweben, das dort wo wir gehen auf einmal wie aus dem Nichts dicht über dem Boden erscheint. Sie halten jedoch nicht Stand und zerreißen sofort. Wir lauschen und schauen angestrengt in die Dunkelheit, ohne etwas zu bemerken. Zorkan kann auf dem Steinboden keine Spuren finden. Das Netz besteht aus zu Kordeln gedrehten Spinnweben, mit denen man wohl höchstens rattengroße Tiere einfangen könnte.
Als wir müde werden, halten wir an, und Norucalem zaubert auf leichtes Drängen seiner Gefährten ein Magisches Herrenhaus. Wir betreten wieder das außerdimensionale Gebäude, um uns auszuruhen. Der Elf hat uns mehrfach davor gewarnt, dass Speisen, welche wir drinnen finden, uns nur scheinbar satt machen. Wir sind also auf der Hut. Zorkan hat eine tiefe Abneigung gegen Zauberei und würde daher schon nichts anrühren. Als der Elf Krawatz aus seinem Rucksack heraus lässt, ist der Rabe ziemlich verstört. Er fliegt gegen eine Wand. Mit Barrys Hilfe gelingt es Norucalem den Raben zu beruhigen.

25. September

Krawatz sträubt sich, als er wieder in den Rucksack soll. Es geht leicht bergauf. Norucalem wird das Gewicht der Tonnen von Gestein über ihm bewusst, und das macht ihm etwas Angst.
An einer Stelle geht es steil aufwärts. Als wir etwa zehn Meter nach oben gestiegen sind, kommen kleine Steine herunter gepoltert. Kurz darauf beginnt ein mahlendes und rumpelndes Geräusch, das schnell lauter wird und sich von oben nähert. Norucalem hält an und zaubert vor sich eine magische Hand mit Titanenkräften. Barry schiebt sich an ihm vorbei und läuft hinter Zorkan nach unten. Norucalem folgt ihnen zuerst ein paar Schritte, aber dann besinnt er sich anders und stürmt nach oben in die Dunkelheit dem Getöse entgegen. Er bemerkt den Aufprall der tonnenschweren Steinkugel auf die Magische Hand vor ihm erst an dem veränderten Geräusch, das nun mit verminderter Lautstärke abschwillt, als dem Elfen vom Aufwärtslaufen langsam die Kräfte schwinden. Mit dem letzten Schwung landet die Kugel oben gerade noch wieder in der Mulde, aus der sie gekommen ist. Nachdem er sich vergewissert hat, dass der Gang hinter der Steinkugel leer ist, ruft Norucalem seinen Gefährten zu, dass sie nachkommen können.
Es geht wieder leicht aufwärts. Nach unserer Schätzung sollten wir bald zum Ausgang kommen. Stattdessen windet sich der Gang wie eine Schlange hin und her, so dass wir nicht weit sehen können. Obwohl die Abendstunden schon begonnen haben, gehen wir noch weiter, in der Hoffung bald ins Freie zu kommen. Nach einer weiteren Stunde kann der Elf vor uns einen schwachen Lichtschein ausmachen. Sein Rabe zappelt im Rucksack. Als Norucalem den Rucksack aufmacht, fliegt Krawatz sofort auf und davon, ohne auf die Rufe seines Herrn und Vertrauten zu achten. Norucalem muss zusehen, wie der schwarze Punkt in der Ferne schnell kleiner wird. Dann scheint er plötzlich wieder größer zu werden und einen Augenblick später landet Krawatz zitternd auf seiner Schulter. Er hat Angst. Draußen lauerte etwas Großes und wollte ihn fressen.
Wir gehen vorsichtig weiter. Links und rechts sind Nischen aus dem Fels geschlagen. Sie sind meistens leer oder enthalten nur Unrat. Als wir fast beim Ausgang sind, setzt Norucalem zum Spähen ein Gepfeffertes Zauberauge ein. Es herrscht abendliche Dunkelheit, Licht, das für einen Elfen völlig ausreicht, um ausgezeichnet zu sehen. Draußen sind keine Kreaturen zu entdecken. Der Ausgang ist ein weithin sichtbares, rundes Loch in einer recht abschüssigen Bergwand.
Wir beschließen, noch einmal nicht weit vom Ausgang im Gang, beziehungsweise daneben, nämlich in Norucalems Magischem Herrenhaus, in Ruhe zu übernachten.

26. September

Wir schauen eine Weile aus der Höhle nach draußen, um uns einen Eindruck zu verschaffen. Vögel und kleinere Tiere des Waldes sind zu sehen, besonders Kaninchen. Dann steigen wir vorsichtig den Hang in das Tal hinunter.
Wir trinken etwas Wein. Norucalem schickt Krawatz auf die Suche nach schmackhaften Beeren, die er herbeibringen soll. Einige bekommt der Rabe, die anderen hebt Norucalem für später auf. Es sind zwei Sorten Beeren, deshalb lagert er sie getrennt von einander.
Wir rasten den ganzen Tag. Einmal ist in der Ferne ein lautes Krachen zu hören.
Uns fällt auf, dass es viele Kaninchen, aber kein Rotwild oder andere größere Tiere gibt.
Wir halten abwechselnd Wache, aber die Nacht verläuft ruhig.

27. September

Norucalem stellt fest, dass die eine Sorte Beeren schon nach einem Tag vertrocknet und zum Aufbewahren wohl ungeeignet ist.
Ausgeruht sehen wir dem Tag unter freiem Himmel entgegen.

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