Rollenspielchronik: 127. Kapitel, 138. Spieltag

Kolwi

Kolwi

5. November, Fortsetzung

Barry unterbricht das Wandeln auf dem Wind bald wieder, damit wir uns beraten können.
Wenn sich die Riesenfeste noch hinter und oberhalb der Ebene der Drachen befindet, fragen wir uns, wie die Riesen an den Drachen vorbeikommen.
Der Fork, eine Kreuzung aus Elf und Ork, hat von den Drow gesprochen, die irgendwie dahinter stecken. Diese böse, chaotische Rasse ist vor langer Zeit aus dem Volk der Elfen hervorgegangen. Sie hassen das Licht und leben in unterirdischen Städten. Ihr Trachten ist nur auf Gewalt und Verderben gerichtet.
Die Priester der Drow verehren die schreckliche Spinnengöttin Lolth. Es gibt auch Kreaturen mit Kopf und Oberkörper eines Drow aber Leib und Beinen einer Riesenspinne, deren Gift tödlich ist.
Die Drow sind sehr intelligent und haben ein hoch entwickeltes und kompliziertes Gesellschaftssystem, das auf Gewalt, Macht und Familienbeziehungen begründet ist.
Drow sind äußerst brutal. Sie arbeiten nicht, sondern halten sich dafür Sklaven. Vielleicht sind die seltsamen Mutationen die Ergebnisse ihrer magischen Zuchtversuche und möglicherweise ist es ihnen irgendwie gelungen, die Riesen zu kontrollieren. Haben sie die Menschen für neue Züchtungsversuche entführen lassen?
Wenn es hier eine verborgene Stadt der Drow gibt, dann ist das jedenfalls eine große Gefahr für Keondar. Wir beschließen deshalb umzukehren, bevor wir bemerkt werden. Die Informationen müssen schnell nach Wesbarg gelangen, damit in Keondar die nötigen Maßnahmen getroffen werden können.
Langsam bricht die Dunkelheit herein. Wir fragen uns, ob es wohl Patrouillen gibt.
Den Fork müssen wir mitnehmen, weil er uns gesehen hat. Wir hoffen, dass er freiwillig mitkommt.
Wir wandeln zurück zu seiner Hütte. Als wir an die Tür klopfen, hören wir drinnen ein leises Geräusch. Sonst rührt sich nichts. Die Tür ist nicht zugesperrt. Wir betreten den einzigen Raum. Drinnen ist es dunkel. Vom Elfork ist nichts zu sehen. Es gibt noch eine Tür an der Rückseite. Als wir hinaustreten, entdeckt Norucalem den Fork, der sich in einigem Abstand im Gebüsch versteckt hat, und winkt ihn zu uns heran. Der Fork scheint verängstigt zu sein. Als er uns erkennt, kommt er langsam näher.
Er sagt, dass er vorher noch nie so nette Leute wie uns getroffen hat und fragt, ob wir ihn mitnehmen können. Er meint, schlimmer als hier könne es nirgends sein.
Der Fork will uns also glücklicherweise freiwillig folgen, so dass wir keine Gewalt anwenden müssen.
Wir brechen sofort auf und windwandeln zurück ins Spinnental und noch drei Stunden weiter. Dort zaubert Norucalem eine Sichere Hütte, damit wir ungestört die Nacht verbringen können.
Der Fork sieht sich erstaunt in der Sicheren Hütte um und schaut aus den Fenstern. Dann sagt er, dass er bestimmt nicht freiwillig mit uns in das Spinnental gekommen wäre.
Bei uns fühlt er sich aber sicher und scheint ganz glücklich zu sein. Er fragt uns, ob wir den Bärenmann kennen. Wir beschreiben ihm den verrückten Einsiedler Ikos und sagen, dass wir ihn dort hinbringen können.
Als Abendessen gibt es Gute Beeren von Barry. Der Fork erzählt, dass Ikos vor einigen Jahren bei ihm im Tal der Mutanten gewesen ist. Der Fork hat vermutlich die Riesen beobachtet, die wir verfolgt haben. Sie hatten riesige Säcke dabei. Wir sehen dadurch unsere düsteren Ahnungen bestätigt.
Auf unsere Frage nach seinem Namen, sagt der Fork, dass er eigentlich keinen richtigen Namen hat. Seine Nachbarn haben ihn immer "Dreck" oder ähnlich genannt.
Wir legen uns schlafen.

6. November

Als Norucalem morgens aus dem Fenster schaut, sieht er ein Netz, das um unsere Hütte herum aufgespannt ist. Barry schaut sich die Hütte mit Hilfe der Schale des Sehens von außen an. Auf dem Dach hat sich eine Riesenspinne auf die Lauer gelegt.
Norucalem schlägt dem Fork den Namen Kolwi vor. Dieser ist einverstanden und scheint sich darüber zu freuen.
Barry stellt seinem göttlichen Orakel die Frage, ob Orkan tot ist. Die Antwort ist ein eindeutiges Ja.
Bevor der Elf den Zauber der Sicheren Hütte aufhebt, versetzt Barry uns wieder in die luftige Gestalt zum Windwandeln, so dass wir dem Spinnennetz ganz einfach entgehen können.
Wir passieren die Klüfte und kommen bald ohne Zwischenfälle bei Ikos an.
Der Einsiedler ist zuhause. Er wundert sich, dass wir noch am Leben sind. Beim Anblick Kolwis gibt er dann bereitwillig zu, was er weiß. Der Name Kolwi gefällt ihm auch ganz gut. Wegen der nicht mehr durch die Blitzwürmer versperrten Klüfte ist die Gefahr groß, dass Übles von dort in unser Land gelangt. Deshalb beraten wir, und Ikos erklärt, dass er die Einsiedelei aufgeben und anderswo ein neues Leben beginnen wird. Er stellt uns seinen besten Gefährten vor. Es ist ein großer Braunbär, der auf Ikos Zeichen hin von hinten aus dem Dunkel der Höhle zu uns kommt. Ikos appelliert an unser gutes Herz, dass wir uns immer für die Bären einsetzen sollen und darauf achten, dass diesen wilden Kreaturen nichts Böses angetan wird. Wir erzählen ihm noch von der Teufelsborste und den Türmen, die in den Himmel gestiegen sind. Er ist hellauf begeistert und entdeckt, dass wir dadurch quasi an das Gleiche glauben wie er, nämlich, dass es auch noch ein Un-Iversum geben kann.
Barry spricht einen Rückruf auf Kolwi, der gern bei uns bleiben möchte. Nun können wir alle bei Gefahr von einem Augenblick zum anderen nach Mogrest gelangen. Dann brechen wir auf.
Ikos will zu den Halblingen, um diese zu warnen. Wir trennen uns von ihm. Dann wandeln wir auf dem Wind auf dem kürzesten Weg über die Berge in Richtung Wesbarg.

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